Clickfortravel
powered by Kuss ReisebüroNorwegens Fjorde: Die ehrliche Wahrheit über die beste Reisezeit
Norwegens Fjorde: Die ehrliche Wahrheit über die beste Reisezeit Du stehst früh am Morgen an der Reling. Deine Hände umklammern eine Tasse heißen Kaffee und der Dampf vermischt sich mit der kühlen, unglaublich klaren Luft. Es riecht nach dem Salz des Atlantiks. Du hörst nur das leise Plätschern der Bugwelle und beobachtest, wie sich langsam das erste Licht auf die massiven Felswände legt, die steil aus dem tiefblauen Wasser ragen. Genau für diese Momente reisen wir. Wir vom Team KUSS sind zwar hier im Ruhrgebiet zwischen Herne und Bochum tief verwurzelt, aber unser Herz schlägt für die Weite. Reisen ist für uns nichts, was man mal eben im Vorbeigehen erledigt. Es ist kein Fast-Food für die Seele. Es ist ein Erlebnis für alle Sinne. Seit über 30 Jahren planen wir Reisen und die Frage, die uns am häufigsten gestellt wird, lautet: „Wann ist denn nun die beste Zeit für Norwegen?“ Die Antwort eines echten Freundes lautet: Es kommt darauf an, was du fühlen willst. Norwegen ist keine Postkarte, die das ganze Jahr über gleich aussieht. Es ist eine wilde und lebendige Naturgewalt, die ihr Gesicht jeden Monat verändert. Viele rennen blindlings in den Juli, weil dann ja Sommer ist. Doch oft verpassen sie dabei das echte, raue und mystische Norwegen. In diesem Artikel nehmen wir dich an die Hand und schlüsseln auf, wann die Fjorde welche Geschichte erzählen. Ehrlich, fundiert und ganz ohne künstlichen Hype.
- Das Licht als Regisseur: Mitternachtssonne und Polarnacht
- Die Jahreszeiten im Detail: Mehr als nur Sommer und Winter
- Wetter, Wellen und der „Bergen-Faktor“
- Logistik und Tierwelt: Von Trollen und Walen
- Unser Fazit und Empfehlung
Das Licht als Regisseur: Mitternachtssonne und Polarnacht
In Norwegen diktiert nicht die Uhr den Tagesablauf, sondern das Licht. Wer aus unseren Breiten kommt, kann sich die Intensität dieses Wechsels kaum vorstellen. Das Licht verändert nicht nur die Fotos, die du machst, sondern es verändert auch deinen Schlafrhythmus und dein Energielevel.
Die Herrschaft der Sonne
Von Mitte Mai bis Ende Juli erleben wir nördlich des Polarkreises etwa ab Bodø das Phänomen der Mitternachtssonne. Das ist nicht einfach nur lange hell. Es ist ein Zustand, in dem die Zeit ihre Bedeutung verliert. Die Sonne streift den Horizont, geht aber nicht unter. Für dich bedeutet das faktisch die doppelte Reisezeit. Wenn das Schiff nachts um 2 Uhr am berühmten Bergmassiv der „Sieben Schwestern“ vorbeifährt, siehst du jedes Detail. Das Licht ist dann oft weicher, goldener und magischer als am Mittag. Fotografen sprechen von der „endlosen goldenen Stunde“. Aber Vorsicht, denn dein Körper wird eventuell wenig Schlaf einfordern. Das sogenannte „White Night Syndrome“ gibt dir Energie. Eine Schlafmaske gehört trotzdem zwingend ins Gepäck.
Die Blaue Stunde und das Nordlicht
Das Gegenteil, die Polarnacht zwischen November und Januar, ist keineswegs stockfinster. Viele stellen sich das falsch vor. Zwischen 10 und 14 Uhr herrscht oft ein fantastisches Dämmerlicht. Durch die physikalische Streuung in der Atmosphäre wird die Landschaft in ein tiefes und fast surreales Blau getaucht. Das ist die berühmte „Blaue Stunde“. Es ist eine Zeit der Ruhe und Melancholie. Sie ist wunderschön, auch wenn man von der Landschaft natürlich weniger sieht als im Sommer. Doch die Dunkelheit ist die Bühne für den wahren Star des Winters, die Aurora Borealis. Wir befinden uns aktuell in einem Sonnenzyklus (Zyklus 25), der zwischen 2024 und 2026 sein Maximum erreicht. Die Chancen auf tanzende grüne und violette Schleier am Himmel sind so gut wie seit Jahren nicht mehr. Besonders im sogenannten „Nordlicht-Oval“ zwischen Bodø und dem Nordkap ist das Spektakel zu Hause.
Die Jahreszeiten im Detail: Mehr als nur Sommer und Winter
Vergiss die klassische Einteilung in vier Jahreszeiten. An der norwegischen Küste müssen wir genauer hinschauen, um die richtige Wahl für dich zu treffen.
Januar & Februar: Die Stille
Das ist etwas für Puristen und Abenteurer. Die Tage sind kurz und das Licht ist arktisch-kalt und pastellfarben. Es ist die Zeit der Hundeschlitten und Schneemobile. Die Schiffe sind leerer und die Atmosphäre an Bord ist familiär und ruhig. Wenn du dem Lärm der Welt entfliehen willst und Kälte nicht scheust, ist das deine Zeit. Wobei es an der Küste dank Golfstrom oft milder ist als bei uns im Ruhrgebiet.
März & April: Der Geheimtipp
Für uns im Team KUSS ist das oft die „heimliche Königin“ der Reisezeiten. Warum? Du bekommst das Beste aus beiden Welten. Die Tage sind im März schon länger als in Deutschland, du hast also volles Licht für Landausflüge. Gleichzeitig liegt noch genug Schnee für die Winteroptik. Und das Wichtigste ist, dass die Nächte noch dunkel genug für Nordlichter sind. Zudem findet in dieser Zeit die Wanderung des Skrei, des Arktischen Kabeljaus, statt. Das ist ein kulinarisches Fest, das du an Bord frisch auf dem Teller erleben kannst.
Mai: Das dramatische Erwachen
Der Mai ist ein Fest für die Augen. Unten am Fjord blühen im Hardangerfjord tausende Obstbäume in Weiß und Rosa, während die Gipfel darüber noch tief verschneit sind. Durch die Schneeschmelze führen die Wasserfälle massives Wasser. Das Tosen der „Sieben Schwestern“ im Geirangerfjord ist im Mai eine Urgewalt, die man hören und spüren kann. Ein kultureller Höhepunkt ist der 17. Mai, der Nationalfeiertag. Wenn du an diesem Tag in einem Hafen liegst, wirst du Teil eines riesigen und fröhlichen Festes mit Trachten und Musikparaden.
Juni bis August: Leben und Trubel
Hier müssen wir ehrlich sein. Ja, das Wetter ist am stabilsten und wärmsten. Ja, alle Straßen sind offen. Aber es ist voll. In kleinen Orten wie Geiranger oder Flåm liegen oft mehrere riesige Kreuzfahrtschiffe gleichzeitig. Das raubt den Orten etwas von ihrer Magie. Wir empfehlen den Sommer vor allem für Ersttäter, die auf Nummer sicher gehen wollen, was das Wetter angeht. Ein kleiner Mythos, den wir entkräften wollen, ist die Angst vor Mücken. Auf See und an der windigen Küste sind Insekten selten ein Problem. Das betrifft eher das Binnenland und stehende Gewässer.
September & Oktober: Das goldene Leuchten
Der September ist unser Preis-Leistungs-Sieger. Die Touristenströme reißen ab und die Preise fallen. Die Natur explodiert in den sogenannten „Høstfarger“, den Herbstfarben. Die Hänge leuchten Rot, Gelb und Orange. Das bildet einen fantastischen Kontrast zum blauen Wasser. Zudem gibt es frische Beeren, Pilze und Lammfleisch in der Bordküche. Ab Mitte September hast du sogar schon wieder erste Chancen auf Nordlicht.
Wetter, Wellen und der „Bergen-Faktor“
Wir Westfalen kennen Regen. Aber Bergen spielt in einer eigenen Liga. Mit über 2000 mm Niederschlag pro Jahr musst du hier immer mit Nässe rechnen. Interessanterweise ist der späte Frühling oft trockener als der Herbst. Ein wichtiger Hinweis unter Freunden ist das Thema Seegang. Es gibt auf der Route offene Seestrecken wie die „Hustadvika“ oder den „Vestfjord“. Dort kann es schaukeln. Im Herbst und Winter ziehen atlantische Tiefausläufer heran, die für ordentlich Wellengang sorgen können. Wenn du schnell seekrank wirst, buche eine Kabine in der Schiffsmitte und wähle eher den Sommer. Moderne Schiffe haben Stabilisatoren, aber die Natur lässt sich nicht komplett ausschalten. Und das ist auch gut so, denn es gehört zum Erlebnis dazu.
Logistik und Tierwelt: Von Trollen und Walen
Viele träumen davon, die berühmte Trollstigen-Passstraße zu fahren. Hier ist Vorsicht bei der Planung geboten, da diese Straße im Winter nicht geräumt wird. Sie öffnet oft erst Ende Mai oder sogar Mitte Juni, je nach Schneelage. Wer im frühen Mai reist, wird diesen Ausflug oft nicht machen können. Auch bei der Tierbeobachtung gibt es Saisonzeiten. Die niedlichen Papageientaucher (Puffins) siehst du nur zwischen Mitte April und Mitte August an den Vogelfelsen. Im Winter sind sie auf dem offenen Meer. Wale hingegen siehst du am besten im tiefen Winter (November bis Januar) im hohen Norden bei Tromsø, wenn sie den Heringsschwärmen folgen.
Unser Fazit und Empfehlung
Es gibt nicht die eine beste Reisezeit. Es gibt nur die Zeit, die zu deinem Traum passt. Du willst das volle Programm mit Licht, Wasserfällen und Sicherheit? Dann wähle den Juni oder Anfang September. Dein Herz schlägt für das Nordlicht und echte Winterstimmung? Dann sind Februar und März deine Monate. Du suchst Ruhe und achtest auf das Budget? Schau dir den November oder April an. Vermeide nach Möglichkeit den Juli oder lass uns gemeinsam schauen, wie wir Routen finden, die den großen Massen ausweichen. Wir könnten zum Beispiel Häfen wie Undredal statt Flåm ansteuern. Wir bei Click for Travel verkaufen dir keine Reise von der Stange. Wir hören zu. Wir wollen, dass du zurückkommst und sagst, dass es genau so war, wie du es dir vorgestellt hast.
